Osterbrief in Zeiten von Corona

Liebe Freunde,

das Osterfest 2020 wird uns in Erinnerung bleiben.
Gewohnte Rituale, gerade an wichtigen Feiertagen, geben uns Geborgenheit und Sicherheit. Dieses Jahr ist vieles anders. Ausgangsbeschränkung oder gar Quarantäne oder Krankheit lassen uns Ostern vollkommen anders erleben.
Darum kommt es jetzt auf jeden einzelnen an. Darum kommt es jetzt auf dich an, wie du in dieser Zeit etwas für dich gestaltest.

Da ist die Speisenweihe:

Vielleicht ist es jetzt zu umständlich für dich, deine Osterspeisen in der Kirche weihen zu lassen.

Du kannst selbst deine Speisen segnen.
Du bist Liebe und dein Segen wirkt.

Segne du für dich daheim oder mit deinen Lieben, besonders mit deinen Kindern, eure Speisen, indem ihr sie betrachtet und laut aussprecht: „Ich segne diese Speisen. Seien diese Speisen zu unserem höchsten Wohl. Danke.“
So kannst du übrigens jede Mahlzeit segnen. Gleich beim Kochen kannst du, so als ob du Salz darüberstreuen würdest, mit deinen Fingern deinen Segen über das Essen streuen.
Eine gute Prise Segen! Eine große Prise Liebe!
Lass deine Liebe in das Mahl einfließen.
Sprich deinen Segen laut aus, fühle ihn, lass ihn durch dich fließen. Dadurch fühlst auch du dich gesegnet.
Mit dem Innehalten oder dem Gebet am Tisch kurz vor dem Essen kannst du noch mal Danken für die Speisen.
Du darfst auch deine Familie segnen, deinen Partner, deine Kinder, deine Eltern und sogar deine Haustiere und deinen Wohnsitz. Du darfst deine Arbeit segnen, dein Tun, deine Pläne. Dein Segen wirkt.
Streue Segen über deine Welt…

Da sind die nahen Verwandten,
die du jetzt vielleicht nicht besuchen kannst:

Telefoniere mit ihnen, denk an sie, schreib ihnen eine wertvolle Osterkarte. Wertvoll deshalb, weil du Worte verwenden könntest, die deine Gefühle beschreiben: „Von ganzem Herzen …“, „mit herzlicher Liebe …“, „mit großer Freude …“. Benutze wieder bewusst solche Ausdrücke.
Eine gute Zeit, um für dich festzustellen, wie lieb du bestimmte Menschen hast und wie wertvoll sie für dich sind. Und gleichzeitig kannst du darüber nachdenken, wie du mit diesen Menschen deine Liebe in Zukunft deutlicher zum Ausdruck bringen kannst. In welcher Form auch immer: besser zuhören, richtig zuhören, Blickkontakt halten, liebevolle Wahrheiten aussprechen, den anderen wirklich sehen, geduldiger sein, Zeit schenken, …

Da sind mehrere Schatten:

Vielleicht bist du betrübt, wegen der ungewohnten Anordnungen, die gerade dein Leben durcheinanderwirbeln. Vielleicht bist du nervös, weil du nicht weißt, was die nahe Zukunft bringt. Und vielleicht hast du Angst davor, krank zu werden.
Eine gute Zeit, um dein Vertrauen zu prüfen: Vertraust du dem Leben? Vertraust du dem lieben Gott? Vertraust du den Menschen? Vertraust du dem Guten? Vertraust du dir und deiner enormen Kraft?
Prüfe dich, frage dich. Geh in dich, betrachte dein Leben. Ist nicht vieles genauso verlaufen, wie es gut für dich war? Auch wenn da schwere Prüfungen in deinem Leben zu meistern waren, sind sie denn nicht doch auch wichtig gewesen und haben dich weitergebracht, reifer gemacht? Und hast du all die Prüfungen denn nicht meist bewältigt? Waren da nicht schon mehrere Situationen, in denen du unruhig warst, aber es hat sich meist alles gefügt? Blicke zurück.
Blicke auch auf deine Stärken.
Welche Stärken machen dich aus? Worin bist du unschlagbar?
Und denke auch an die Liebe in dir. Kannst du sie fühlen? Wenn du die Liebe spürst, kannst du dir dann vorstellen, dass dir wirklich etwas geschehen könnte? Fühle in die Liebe hinein.
Fühle dich gesegnet und geliebt vom lieben Gott, von Jesus und Maria. Fühle, wie sie dich segnen und lieben. Vertraue wieder auf Gott. Vertraue der Welt. Vertraue auf die vielen guten Menschen. Vertraue dir.

Vielleicht hast du Angst davor, was wirtschaftlich auf dieser Welt geschehen könnte. Vielleicht machst du dir Sorgen darüber, wie es finanziell bei dir und deiner Familie weitergehen wird.
In unserer Vergangenheit gab es schon viele Währungswechsel, wirtschaftliche Einbrüche und Zusammenbrüche. Aus jedem Chaos haben wir uns wieder neu erfunden, neu erschaffen. Aus jedem Zusammenbruch sind wir stark hervorgegangen. Mit vielen Neuerungen, vielen Ideen, erschaffen von vielen Pionieren.
Hör auf dein Herz. Höre in dich hinein, was fühlst du wirklich?
Bist auch du ein Pionier? In welchem Bereich? Worin bist du wirklich gut? Welche Fähigkeiten stecken in dir?
Eine gute Zeit, um herauszufinden, was in dir steckt.
Probiere jetzt aus:
Beschäftige dich aktiv mit deinen Geldangelegenheiten. Informiere dich, lass dich beraten, lerne dazu. Erstelle einen Finanzplan, einen Haushaltsplan, einen Essensplan für die nächste Woche und demnach einen Einkaufsplan. Dadurch erkennst du, wie viel du gestalten und planen kannst. Du fühlst dich nicht mehr als machtloses Opfer, sondern erkennst deine Stärke.
Wo kannst du noch gut haushalten? Musst du jetzt alles neu kaufen und bestellen? Kannst du dir was einfallen lassen? Kannst du kreativ werden? Kannst du selbst etwas herstellen? Kannst du etwas umändern oder umgestalten? Werde wach und lass deine Ideen sprudeln… Du erkennst, was in dir steckt, dadurch bist du gestärkt für die Zukunft!
Was soll dir geschehen?

Vielleicht informierst du dich ständig im Internet und jetzt weißt du gar nicht mehr, was wirklich wahr ist. Vielleicht hast du Neuigkeiten entdeckt, die dich erschaudern lassen. Vielleicht hörst du den ganzen Tag Nachrichten. Und vielleicht ist dadurch deine Stimmung am Boden. Beobachte dich. Fühle in dich hinein. Wie geht es dir? Bist du fröhlich? Bist du leicht und beschwingt? Oder bist du durcheinander, enttäuscht, verängstigt oder gar geschockt? So bist du für dich selbst, für deine Nächsten und für die Welt keine Hilfe. Die Welt, deine Menschen um dich herum und du selbst brauchen Liebe, hohe Energie, Leichtigkeit, Vertrauen und Freude. Dazu solltest du dir nur Nachrichten, Bilder und Filme ansehen, die dir guttun. Dazu solltest du gute Gespräche führen. Dazu solltest du dich mit Dingen beschäftigen, die dir guttun. Es reicht, wenn du dich einmal täglich über die aktuelle politische Lage informierst!
Und den Rest des Tages finde heraus, was dir denn guttut.
Was gefällt dir? Was macht dir Freude? Was gibt dir gute Gefühle? Was davon kannst du jetzt in dieser Zeit umsetzen für dich, was kannst du für dich erfüllen? Was interessiert dich? Was berührt dich?
Eine gute Zeit, um dir selbst Aufmerksamkeit zu schenken. Was lässt dich strahlen? Was bringt dich zum Lachen? Wer bringt dich zum Lachen? Welche Bücher, Filme tun dir gut? Welche Musik hörst du gern? Welche Nachrichten lassen dich erfreuen, freudig erwarten und fühlen sich logisch an? Welche Fragen über das Leben erwecken dich?
Finde gute Nachrichten, auch über die Zukunft. Jede Krise hat auch ihre Chancen.
Lass deine Energie steigen. Lass deine Frequenz steigen. Hilf mit. Wenn es dir gut geht, bist du eine große Quelle für die Welt und für die Menschen um dich herum.
Du bist zuständig dafür, dass es dir gut geht. Darum sortiere genau aus, was du dir anschaust, worüber du dich informierst. Wenn dir etwas nicht guttut, lass die Finger davon. Zieht es dich nach unten, dann dienst du der Angst. Pass auf dich auf!  Tauche nur dann in finstere Themen ein, wenn du dort aktiv etwas verändern willst und die Wahrheiten dort aushalten kannst. Ansonsten höre auf, finstere Nachrichten und Theorien anzusehen, zu lesen oder gar zu verbreiten. Es gibt andere Menschen, die kraftvoll aufdecken werden und dort auch etwas bewirken können.
Du bist für andere Dinge zuständig: nämlich für Licht, Freude, Vertrauen, Glaube und vor allem für die Liebe. Und je mehr dir diese Dinge guttun, umso mehr kannst du sie verbreiten und stärken. Je mehr dir Liebe und Vertrauen dein Herz stärken, umso kraftvoller wirst du als Quelle auch für andere sein.

Da ist die Stille:

Vielleicht weißt du nichts anzufangen mit der Stille. Der Straßenverkehr verläuft ruhiger, viele Geschäfte sind noch geschlossen und auch die Stimmen der Menschen hört man weniger.
Eine gute Zeit, dich für dich selbst einzusetzen. Endlich geht es mal um dich. Tu dir gut, sei liebevoll zu dir. Schlaf dich aus. Erhole dich. Gönne dir Ruhe. Die Hektik und der Leistungsdruck sind weg. Genieße es.
Was hörst du in der Stille? Das Vogelzwitschern? Das Rauschen der Bäume im Wind? Deinen Atem? Die schöne Stimme deines Partners? Hör zu …
Und wenn du dann Lust hast, vertreibe zu viel Stille mit genau der Musik, die dir richtig guttut. Singe, summe, töne und klinge mal wieder. Gurgle laut eine Melodie. Damit stärkst du dein Immunsystem. Singe und lache. Verbreite Klang und Schall.
Wenn dir die Glockenklänge fehlen, dann mach dich selbst bereit, Karfreitag und Karsamstag jeweils um 6.°°Uhr morgens, um 12.°°Uhr mittags und um 18.°°Uhr abends die Glocken zu ersetzen. Viele Pfarreien haben dazu aufgerufen, dass die Ministranten vor der Haustüre „ratschen“ sollen. Da kannst du auch mitmachen! Hast du noch eine Ratsche auf dem Dachboden? Mach mit. Und wenn du keine Ratsche hast, dann trommle oder lass dir sonst etwas einfallen. Mach mit. Und dann genieße wieder die Stille…

Da ist viel Licht:

Der Himmel ist klar. Sie Sonne scheint klar. Die Luft ist klar.
Eine gute Zeit, um auch in dir die Klarheit zu finden.
Was war für dich immer schon sonnenklar? Worum geht es auf dieser Welt? Welche Werte sind dir wichtig? Was zählt für dich im Leben? Worauf kommt es dir an? Frage dich wirklich. Denn deine Antworten haben viel Licht.
Lass dein Licht wieder aufleben. Lass es leuchten.
Frag dich auch: Was kann sterben und begraben werden, was darf sich verabschieden? Welches Denken, welche Glaubensmuster, welche alten Überzeugungen oder übernommene Einstellungen willst du umwandeln? Schreib dir alles auf.
Was darf neu entstehen? Oder was darf in dir auferstehen? Finde es heraus. Spüre hinein, wie ein neues Denken oder neue Glaubensmuster aussehen sollen. Wie soll es sein für dich? Sprich „Altes“ noch mal aus und gib es bewusst zur Transformation in deinem Herzen frei. Spüre es, wie es sich verwandelt. Dann fülle auf mit einem neuen Denken oder mit Liebe und strahlendem Licht.
Klarheit ist Licht. Widme dich dem Licht, das es überall zu entdecken gibt. In anderen Menschen, in den Tieren, der Natur, in Worten, in Klängen, in Informationen, in Wissen.

Da ist viel Liebe:

Entscheide dich täglich für das Licht und für die Liebe.
Jeden Tag, jede Stunde oder zu jeder möglichen Zeit kann geschehen, dass von dir eine Entscheidung gefordert wird. Auf dieser Welt gibt es so viele Ablenkungen, Verführungen, Manipulationen und Herausforderungen, die dich sofort auf die lieblose Seite ziehen können. Das geschieht blitzschnell. Und es macht auch nichts, wenn du entdeckst, dass du wieder einmal auf der lieblosen Seite stehst. Wenn du es aber bemerkst, wird es Zeit, dich bewusst für die liebevolle Seite zu entscheiden.
Dann kannst du dich gleich fragen: Wie würde ich reagieren, wenn ich voller Liebe wäre? Wie würde ich die Lage beurteilen, wenn ich in Liebe wäre? Wie würde ich mit diesem Menschen sprechen, wenn ich meine Liebe spüren würde? Und dann lass es zu …  
Lass die Liebe lebendig werden. Lass die Liebe aus dir entstehen. Lass die Liebe durch dich sichtbar werden. Gelingt es dir nicht immer? Dann verzeih dir. Denn Liebe verzeiht.
Versuche immer wieder, die Liebe zu leben. Lass die Liebe immer wieder auferstehen. Denn die Liebe stirbt nie.
Und gerade jetzt, in diesen Zeiten, gib der Liebe Raum und Zeit.
Es liegt an dir. Entscheide dich.   

Und so wünsche ich dir von ganzem Herzen und voller Liebe
frohe und wahrhaftige Ostern.