Die 5. Jahreszeit

Kleine Auszeit gefällig?

Da sind doch tatsächlich im Jahreskalender Tage eingeplant, um sich eine Auszeit zu nehmen.

Du bist das ganze Jahr am Leisten und Funktionieren?
Dein Rädchen dreht sich ohne Pause?
Du hinterfragst alles? Du bist selbstkritisch?
Du willst dich weiterentwickeln, aber irgendwie wirst du dabei immer ernster?
Aber du willst einfach auch mal verrückte Dinge machen dürfen? Es klappt aber nie bei dir?
Sei nicht verbittert über dich, weil du es nie schaffst, auf deine Bedürfnisse zu hören. Sei nicht traurig, weil du dir nie erlaubst, mal einfach albern zu sein. Hör auf, mit dir zu hadern und nutze dann die Faschingszeit als Erlaubnis für dich.
Auch, wenn du denkst, Fasching ist nur was für Menschen, die sich selbst belügen… wenn du denkst, im Fasching macht man sich ja nur was vor…

Egal, nutze den Fasching!

Ohne dir Sorgen wegen Morgen zu machen, ohne gedanklich schon bei den nächsten Aufgaben zu sein.
So fest geregelte Zeiten sind nicht so verkehrt: Faschingsdienstag – und alles ist vorbei. Durch solche Zeitenregelungen schaffen wir Menschen es oft leichter, im Moment zu leben, den Moment wahrzunehmen.
Lass einfach mal los und nutze den Fasching.
Und ein Kostüm hilft dir, in andere Rolle zu schlüpfen.

Du musst nicht immer deuten, warum du dich für genau diese oder jene Rolle entscheidest.
Musst du denn immer alles, was dir angeboten wird, zerpflücken und analysieren?
Nimm die Gelegenheit doch einfach mal an und wenn du dich schon kritisch fragst, was der Fasching soll, dann frag dich:
Was kann er mir bieten? Welche Dinge kann ich da machen, die mir gut tun? 

Ist doch egal, wenn du von deinem immer gleichen Kostüm nicht loskommst und schon zum dreißigsten Mal der Pirat bist. Hauptsache, es hilft dir, ein paar freie, gewünschte Gefühle zu haben. Gefühle, die du bekommst, wenn du ein cooler Cowboy bist, eine schöne Superfrau oder ein respektvoller General, sind doch super!
Bei jedem Kostüm lebt ein Gefühl auf. 
Nicht nur bei dir, sondern auch bei denen, die dich ansehen. 
Und du weißt das, du suchst gezielt das Kostüm aus, das dir das beste Gefühl bringt. Unbewusst greifst du zu dem Kostüm, in dem du dich wohlfühlst. Das ist wunderbar! 

Manche Menschen sagen, im Fasching belügt man sich selbst.
Seien wir doch nicht immer so ernst und so kritisch. Denn der Fasching mit der Ksotümierung zeigt dir wunderbar, wie du dich verändern kannst.

Mit der Wahl nach dem richtigen Kostüm fragst du dich unbewusst:
Wie will ich mich fühlen? Was steckt in mir? Wer will ich sein? Welches Kostüm tut mir gut? Welche Rolle tut mir gut?  
Und genau das sind die Fragen, die du dir das ganze Jahr über stellen kannst. Denn mit diesen Fragen kommst du immer näher an dich heran.

Fasching ist eine Auszeit. 
Fasching ist ein Leben im Moment.
Das ist kostbar: tanzen, lachen, laut sein, Blödsinn machen, albern sein, kindisch sein. 
Es hat etwas von: Einfach sein dürfen. 
Einfach sein, ohne leisten zu müssen, ohne beweisen zu müssen, ohne es verdienen zu müssen. 
Einfach sein zu dürfen, wie man ist oder wie man sein möchte.

Fasching ist nicht ohne Grund direkt vor der Fastenzeit, in der wir wieder die Stille erleben. Ich glaube, da ist es sogar gut, wenn wir im Fasching in Kostüme schlüpfen, um für uns einen kleinen Teil unserer Potenziale und Wünsche zu erahnen. Hier können wir unbeschwert ausprobieren!

Gib dir die Freiheit und lass los. 
Wenigstens für ein paar Tage, einen Abend lang oder ein paar Stunden. 
Fasching ist ein Stück Freiheit. 
Also, statt immer nur alles zu zerdenken: nimm die Gelegenheit wahr und sei kindisch, frei und ungezwungen. Nachdenken, analysieren, kritisch hinterfragen, das kannst du alles in der Fastenzeit! 

Aber Fasching ist jetzt! Geniesse den Moment! Lebe im Jetzt!
Und nimm die Gefühle, die du als cooler Cowboy hast ein wenig mit in dein Leben…

Liebe Grüße!